(Foto: T. Hoops)

Ein sehr gut aufgelegter Torwart Torben Streich und vier Ehemalige der ersten Mannschaft verhalfen dem MTV Soltau in der Handball-Verbandsliga zu seinem fünften Heimsieg im siebten Spiel. Gegen den Tabellenvierten Eintracht Hildesheim II hieß es am Ende 28:25 (15:12) für die Mannschaft von Trainer Thorsten Lippert. Garanten für den Erfolg waren die Routiniers Jakob und Viktor Happel sowie Jan Wagner und Edvin Hamidic. Die vier, die in der Saison 2015/16 für den MTV noch in der Oberliga spielten, hatten sich spontan bereit erklärt, auszuhelfen. Der Grund: Mit Merlin Agovic, Frithjof Schmidt, Patrick Witthöft und Eric Burmester fehlten den Gastgebern gleich vier Stammkräfte. Zudem war Marcel Filipp unter der Woche krank, sodass der Trainer ihn schonte.

Und dann war da noch Streich, der einen Sahne-Abend erwischte und die Gastgeber mit tollen Paraden im Spiel hielt. Nicht nur, dass er fünf Siebenmeter parierte – in der 37. Minute krönte er seine Leistung, in dem er mit seinem ersten Tor für den MTV ins leere Gästetor zum 17:15 traf. „Er hatte eine Abwehrquote von 45 Prozent“, sagte Lippert. Und weiter: „Es hat alles gepasst. Einen starken Torhüter sowie Jakob Happel und Stefan Maras, die im Innenblock sehr gut gearbeitet haben.“ Zwei treffsichere Spieler im Offensivbereich mit Jan Wagner und Viktor Happel komplettierten einen Kader, der in dieser Zusammensetzung erstmals seit eineinhalb Jahren auf der Platte stand. „Das waren schon Aktien“, lobte Lippert seine Männer, und hob nochmals die Hilfsbereitschaft der Ehemaligen hervor. „Die beiden Punkte waren immens wichtig. Ebenso, dass die Älteren uns unterstützten und Torben Streich so eine Leistung geboten hat.“

Hildesheim hatte ebenfalls mit Personalproblemen zu kämpfen und reiste mit neun Spielern an. Unter ihnen der Ex-Munsteraner Philipp Kouba, der sich schon in der 11. Minute von den Qualitäten Streichs überzeugte. Der hielt nämlich nicht nur Koubas Siebenmeter, sondern parierte auch noch den Nachwurf.

In der Anfangsphase war es ein Spiel auf gleicher Höhe, die Gäste gingen sogar nach elfeinhalb Minuten in Führung (5:4). Der MTV ließ sich davon aber nicht beeindrucken, legte eine Fünf-Tore-Serie hin. Mit der Vier-Tore-Führung im Rücken spulte Soltau sein Pensum herunter, obwohl die Hildesheimer Offensivbemühungen zunehmend Früchte trugen. Es stellte sich allerdings die Frage, ob die MTV-Routiniers das Tempo bis zum Schluss würden halten können. Sie konnten und schafften es.

Gut eine Minute vor der Halbzeitsirene lagen die Gastgeber mit fünf Toren vorn (15:10). Gästespieler Fynn Wiebe und Nico Höweling gelang es zwar, noch einmal zu verkürzen (12:15), doch über 30 Minuten gesehen war der MTV die klar dominierende Mannschaft. Zu Beginn der zweiten Hälfte mobilisierte die Eintracht noch einmal ihre Kraftreserven. Zwar hielt die Führung der Hausherren bis zur 39. Minute (19:16), doch ein Dreierpack gestaltete die Partie wieder offen. Eintracht warf alles, was laufen konnte, nach vorn. Die Gäste agierten mit sieben Feldspielern. Bei einem Hildesheimer Ballverlust war der Schlussmann nicht schnell genug im Tor, sodass Streich die Gunst der Stunde nutzte und ins verwaiste Gehäuse traf.

Beide Mannschaften gaben sich in den folgenden Minuten keine Blöße und marschierten im Gleichschritt. Noch in der 48. Minute war alles offen beim Spielstand von 22:22. Dann aber passierte, was den Gästen nicht passieren durfte: Im Angriff begriffen verloren sie erneut den Ball – und Jan Wagner ließ sich nicht zweimal bitten. Hildesheim gab sein Bestes, aber der Kräfteverschleiß bei den dezimierten Gästen machte sich mehr und mehr bemerkbar.

Fast zwei Minuten vor dem Ende war der doppelte Punktgewinn für den MTV nahezu in trockenen Tüchern, als Hildesheims Teschner bei einem Strafwurf erneut in Streich seinen Meister fand. Wagner legte zum 27:24 nach – das war die Entscheidung. Zwar trafen auch die Gäste noch einmal, doch Jakob Happel stellte mit der Schlusssirene den Endstand her.

Bericht: Böhme-Zeitung


Geschrieben von Kerstin Willnat am 17.01.2018