Soltau. Der MTV Soltau bleibt in der Handball-Landesliga 2019 ungeschlagen. Gegen den bis dato Tabellendritten TuS Jahn Hollenstedt behielt die Mannschaft von Trainer Olaf Schröder mit 43:25 (24:10) die Oberhand. „Wie schon vergangene Woche in Uelzen, haben wir eine gute Deckung gespielt“, resümierte Schröder. In der Tat: Besonders in der ersten Hälfte verliefen sich die Hollenstedter immer wieder in halbherzigen Offensivaktionen, trafen entweder den Kasten überhaupt nicht, oder scheiterten an den beiden gut aufgelegten Schlussmännern Sven-Ole Will und Julian Lehmberg. Selbst der Hollenstedter Trainer räumte nach der Schluss-Sirene ein, dass seine Mannschaft heute einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Dass er schon in der 6. Minute eine Auszeit nahm, hatte seinen Grund: Nachdem der TuS nach gut zweieinhalb Minuten nur mit 2:3 zurückgelegen hatte, war der MTV bis zum „Timeout“ auf fünf Tore davon gezogen. Hollenstedt drohte ein Debakel auf dem Parkett – der MTV spielte sich auch nach der Auszeit in einen wahren Rausch. Kurios: Während Hollenstedt das Kontingent an Auszeiten – in jeder Halbzeit eine – ausschöpfte, kamen die Gastgeber ohne aus.

Dass der MTV in diesem Spiel zum ersten Mal in dieser Saison mehr als 40 Tore werfen würde, deutete sich bereits früh an. Als Gregor Bruns vom Siebenmeterpunkt zum 7:2 getroffen hatte, benötgten die Hausherren im Schnitt 48,5 Sekunden für einen Treffer. Dass sich diese Quote später realativierte, war dem Kräfteverschleiß zu Beginn geschuldet. „Wir mussten dem hohen Tempo Tribut zollen“, erklärte Schröder die Unkonzentriertheiten am Spielende. Unterdessen ging das muntere Torewerfen der Heimmannschaft weiter. Der MTV ließ sich durch nichts verunsichern, auch nicht, als Bruns in der 7. Minute bei einem Strafwurf in TuS-Schlussmann Sebastian Thomas seinen Meister fand. Die Parade war so ziemlich das einzige, dass Thomas in den ersten 30 Minuten zustande brachte – Hollenstedt reagierte, und schickte Leon Schnorr zwischen die Pfosten.

Doch auch er war machtlos gegen einen an diesem Tag übermächtigen Gegner. Fast jeder Angriff, der in Richtung Hollenstedter Kasten rollte, wurde erfolgreich abgeschlossen. Zur Verteidigung: die Gäste mussten auf ihren etatmäßigen Torschützen Marcel Hebestreit verzichten, der die Landesliga-Torjägerliste mit 159 Treffern souverän anführt. Hinzu kamen noch einige verletzte Akteure, sodass Trainer Michael Jaap zwar nicht mit dem letzten Aufgebot an die Böhme reiste, allerdings einige Einschnitte im Kader hinnehmen musste. Die drei Fans, die ihre Mannschaft nicht lautstark, aber emotional unterstützten, erkannten auch an: „Das ist heute eine Katastrophe.“

Der MTV spielte munter seinen Stiefel runter, auch, wenn die 48,5 Sekunden aus der Anfangsphase nicht wieder erreicht wurden. Nach 17 Minuten hatten sich die Soltauer einen Zehn-Tore-Vorsprung erarbeitet (17:7), nach 25 Minuten lagen sie sogar mit 14 Treffern vorn (22:8).  Ein Polster, das auch nach 30 Minuten stand, und den Spielern eine entspannte Halbzeitpause einbrachte.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete: Der MTV warf seine Tore, der TuS traf den Kasten  nicht. Erst in der 39. Minute konnten die Hollenstedter wieder einen Torerfolg bejubeln. Am Ausgang des Spiels änderte dies allerdings nichts, denn Soltau war bereits auf 29:10 davongezogen, und befand sich somit nicht mehr in Schlagdistanz der Gäste. Der Drops war längst gelutscht, die einzige Frage, die noch beantwortet werden musste: Schafft die Schröder-Sieben die 50-Tore-Marke zu knacken? Dass es am Ende nichts wurde, dürfte in der spärlich besetzten Oberschulhalle wohl die wenigsten gewurmt haben. 43 Tore – die muss man in der Chronik der vergangenen Jahre erst einmal suchen. Zumindest seit Anfang 2013 hat es das nicht mehr gegeben.

Der Rest der Begegnung ist schnell erzählt: Der MTV ließ den Kontrahenten nur noch ein wenig herankommen, behauptete sich aber dennoch souverän.  Ein wenig ließen es die Hausherren in den letzten 20 Minuten dann aber doch schleifen. Besonders Kreisspieler Morten Prigge setzte dem MTV zu, die Abwehr bekam den robusten Hollenstedter nicht in Griff. Allein vier Treffer erzielte Prigge zwischen der 32. und 45. Minute – dann war auch sein Potenzial erschöpft. Zudem sahen Oliver Künke und Janes-Vitus Farwick noch den Roten Karton, sodass der ohnehin schon dezimierte Kader der Gäste noch mehr an Qualität einbüßte. Letztlich war die Luft etwas raus beim Verbandsligaabsteiger, der nach diesem Kantersieg ein positives Punktekonto aufweist, und den Blickkontakt zur Spitzengruppe hergestellt hat. ks

MTV Soltau – TuS Jahn Hollenstedt 43:25 (24:10)

MTV: Sven-Ole Will, Julian Lehmberg – Nils Wagner (1), Jan-Christian Grünhagen (2), Gregor Bruns (7), Matthias Bulitz (4), Alexander Melcher (4), Marco Lehmann (6), Niall Saalmann (1), Stefan Bulitz (13), Marcel Filipp, Thies Flammann (3), Viktor Happel (2).


Geschrieben von Kerstin Willnat am 18.02.2019
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